Sylt - Mit Sicherheit können wir sagen, dass jeder Ort auf Sylt seinen Charme hat und dennoch unterscheiden sie sich. Um einen kleinen Überblick zu bekommen mit was in welchem Ort zu rechnen ist, haben wir jede Ortschaft mit ihren wichtigsten Merkmalen beschrieben.

ARCHSUM (Ärichsem)
Archsum liegt idyllisch zwischen Salzwiesen und Meer und wird zu Recht als Ruhepol der Insel bezeichnet. Im kleinsten Dorf der Insel geht es beschaulich zu, das Dorfbild ist geprägt von malerischen, zumeist reetgedeckten Häusern. Bei einem Spaziergang durch Archsum sieht man einige alte Friesenhäuser, die leicht erhöht auf Erdhügeln stehen. Das nicht ohne Grund: Vor dem Bau des schützenden Deichs lief das Wasser bei Sturmfluten bis ins Dorf hinein. Daher wurde beim Bau eines Hauses schwerer Kleiboden aufgeworfen. Die erhöhte Lage auf den Erdhügeln – auch Warften genannt – bot einen besseren Schutz vor den Kräften der Nordsee. Umfangreiche archäologische Ausgrabungen brachten eine über 3000-jährige Geschichte Archsums hervor. Das „Troja des Nordens“ offenbarte u.a. Zeugnisse aus der Stein- und Bronzezeit. Viele der noch erhaltenen utlandfriesischen Häuser sind ehemalige Bauernhöfe und Ruhesitze Sylter Kapitäne. Archsum – der Ruhepol der Insel.

BRADERUP (Brererep)
Die kleine Schwester Wenningstedts besticht durch ihre idyllische Lage: Ringsum Wiesen und Felder, im Osten die Braderuper Heide, die im Hochsommer in einem zarten Lilaton blüht. Am Fuße dieser ausgedehnten Heideflächen erstreckt sich weithin das Wattenmeer. Wunderbar unnötig darüber zu streiten, ob der Sonnenaufgang über der weiten Heidelandschaft und den goldgelben Feldern von Braderup schöner ist als das faszinierende Schauspiel, das die untergehende Sonne am Weststrand bietet. Das Naturzentrum Braderup zeigt, wie viel buntes Leben auf beiden Inselseiten wohnt. Eine Ausstellung widmet sich verschiedenen Themengebieten – angefangen von der Inselentstehung bis hin zum heutigen Küstenschutz. Während der Sommersaison werden Watt-, Strand- und Heidewanderungen sowie naturkundliche Radtouren und Kräutergarten-Führungen angeboten. Und die enden zwischen duftenden Kräutern und Mohnblumen mit einer Tasse Tee aus eigenem Anbau. Braderup – Abschalten vom Alltag.

HÖRNUM (Hörnem)
Ganz gleich aus welcher Himmelsrichtung man kommt – im Sylter Süden sind die Aussichten immer sonnig. Rundum traumhafte Strände und duftende Heckenrosen, alles bewacht vom rot-weißen Leuchtturm. Der ist unbedingt einen Aufstieg wert – um in Sylter Geschichten einzutauchen oder um sich im kleinen Kreise das Ja-Wort zu geben. Ohne Worte indes das glitzernde Wattenmeer am Oststrand und die tosende Brandung im Westen. Ein Spaziergang um die Südspitze Sylts, die Hörnum Odde, ist genau das richtige Rezept zum Abschalten und Auftanken. Mehrmals täglich legen im Hafen die Ausflugsschiffe ab Richtung Seehundsbänke und Nachbarinseln und -halligen. Seit Juli 2008 kann man auch im Inselsüden an seinem Handicap feilen. Der 18-Loch-Links-Course am Fuße der Düne Budersand bietet sowohl sportlich als auch optisch jede Menge Highlights. Vom höchsten Punkt der Anlage hat man sogar gleichzeitig das Wattenmeer und die Nordsee im Blick. Hörnum – Sylts sonniger Süden.

KAMPEN (Kaamp)
Klein, aber fein. Exklusiv und zugleich weltoffen. Chic und dabei sehr charmant. Das ist Kampen, Deutschlands wohl prominentestes Dorf, dessen legendärer Ruf im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durch seine vielen namhaften Gäste geprägt wurde. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker ist die „Whiskymeile“ mit ihren Clubs und Restaurants. Kampen verbindet mit leichter Hand Tradition und Moderne, vereint unter seinen Reetdächern Musik und Literatur, Kunst und Mode und verführt mit grandiosen Naturschauspielen: Unvergleichlich der Anblick, wenn die untergehende Sonne das Rote Kliff in goldenes Licht taucht. Auf der Uwe-Düne, mit gut 52 Metern die höchste Erhebung der Insel, liegt einem Kampen sprichwörtlich zu Füßen. Von hier aus hat man nicht nur den schwarz-weiß gestreiften Leuchtturm und das kleine Quermarkenfeuer im Blick, sondern auch den Golfplatz und das angrenzende Wattenmeer, die ruhigen Weiten der Heide und die raue Nordseebrandung mit den feinen Sandstränden auf der Westseite. Kampen – Sylts elegante Adresse.

KEITUM (Kairem)
Typisch für Keitum sind seine alten Friesenhäuser. Schattige Pfade und versteckte Wege laden zum gemütlichen Spaziergang durch das Dorf ein, das einst Alterssitz der Sylter Kapitäne war und heute den treffenden Beinamen „Das grüne Herz der Insel“ trägt. Idyllische Gärten werden vom Laub stolzer Bäume beschattet und säumen den Weg zur ältesten Kirche der Insel. Reetgedeckte Friesenhäuser machen Geschichte greifbar, Brauchtum und Traditionen sind lebendige Gegenwart. Zum Beispiel in den zwei von der Söl´ring Foriing unterhaltenen Keitumer Museen: Das Sylter Heimatmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung Inselgeschichte bis um 1850 und das Altfriesische Haus gibt ein Beispiel für die Sylter Wohnkultur des 18. Jahrhunderts. Keitum ist auch das Zentrum des insularen Kunsthandwerks. In ihren kleinen Werkstätten und Läden kreieren die Töpfer und Weber, die Goldschmiede und Glasbläser filigrane Kostbarkeiten. Keitum – das grüne Herz der Insel.

LIST (List)
List ist nicht nur die nördlichste Spitze der Insel. Wer hier steht, der ist tatsächlich am nördlichsten Punkt der Republik angelangt. Das ist aber nicht der einzige Superlativ, mit dem List aufwartet. Hier dehnen sich Deutschlands einzige Wanderdünen aus und nirgendwo sonst kommen Austern frischer auf den Tisch: In Deutschlands einziger Austernzucht reifen alljährlich zwischen zwei und drei Millionen schmackhafter Schalentiere heran. Im Lister Hafen durchmischt sich modernes Ambiente und maritimes Flair. Das Lister Kult-Fischbrötchen wird vor der Kulisse der Hafenpromenade mit Panorama-Blick bis Dänemark gegessen. Wer wissen möchte, wie schnell Wanderdünen wandern oder wie die Meeresvögel einen Orkan überleben, der ist im benachbarten Erlebniszentrum Naturgewalten genau richtig. Wer die Ruhe einsamer Strände erleben will, der folgt dem Lichtsignal zweier Leuchttürme. Die führen an den Ellenbogen, der zu umrunden gleichsam sportliche Herausforderung und landschaftliches Erlebnis ist. List – das Hoch im Norden.

MORSUM (Muasem)
In Morsum zeigt sich Sylt wohl von seiner ursprünglichsten Seite. Hier sind die friesische Sprache und das Brauchtum lebendig. Morsum ist die Hochburg des Sylter Traditionssportes Ringreiten. Weite Wiesen und Felder sind ein Eldorado für Spaziergänger und Radfahrer. Von atemberaubender Schönheit sind die Heidevegetation und das Morsum-Kliff, in seinem geologischen Aufbau einmalig in ganz Europa. Diese imposante geologische Formation am östlichsten Zipfel der Insel dokumentiert fünf Millionen Jahre Erdgeschichte. Das 1800 Meter lange und bis zu 21 Meter hohe Kliff wurde 1923 als eines der ersten Gebiete auf Sylt unter Naturschutz gestellt und gehört nun auch offiziell zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands.

MUNKMARSCH (Munkmersk)
Das ruhige Dorf war einst das Tor zur Insel: An einer Landungsbrücke legten die Schiffe vom Festland an, die Sommerfrischler wurden von hier aus per Kutsche nach Westerland befördert; ab 1888 übernahm die Inselbahn diese Aufgabe. 1921 verschwand mit dem Abbruch der 1759 erbauten Windmühle ein markantes Wahrzeichen der Insel. Mit dem Bau des Hindenburgdammes verlor Munkmarsch 1927 seine Bedeutung als Tor zur Insel. Der Sylter Segler-Club baute den Hafen in mehreren Abschnitten zu einem Anlegepunkt für Freizeitskipper aus. In der ruhigen Bucht tummeln sich heute im Sommer gern die Surfer, die hier auf dem Brett die ersten Gehversuche wagen, zudem gibt es in der Nähe des Hafens eine Surf- und Segelschule. Munkmarsch ist ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge am Watt in Richtung Keitum oder Kampen. Munkmarsch – Treffpunkt für Wassersportler.

RANTUM (Raantem)
Weit hat man es in Rantum nie bis zum Meer. Nur 600 Meter trennen die Brandung im Westen vom stillen Wattenmeer im Osten. Zwischen den Meeren thronen die reetgedeckten Häuser auf den Kuppen der Dünen. Nördlich von Rantum befindet sich eines der artenreichsten Vogelschutzgebiete Deutschlands. Ornithologen aus dem ganzen Bundesgebiet reisen mittlerweile an, um die mehr als 180 Vogelarten zu beobachten, die im Rantum-Becken brüten oder rasten. In der Sylt-Quelle sprudelt aus bis zu 650 Metern Tiefe ein Wässerchen besonderer Reinheit hervor. Dass bei so viel Tiefgang auch kulturelle Höhenflüge möglich sind, ist Verdienst der Stiftung kunst:raum sylt quelle. Neben wechselnden Ausstellungen bereitet das nördlichste Kulturforum Deutschlands hochkarätigen Kabarettisten, Comedians und Musikern eine außergewöhnliche Bühne: Beim legendären Meerkabarett sprudeln zwischen den Abfüllanlagen erfrischender Wortwitz und perlende Klangwelten. Rantum – Sylts schmale Taille.

TINNUM (Tinem)
Hervorragende Möglichkeiten zum Radfahren und Wandern bieten die Tinnumer Wiesen, die sich bis hin zum Rantum-Becken erstrecken. Einen Ausflug wert sind der Tierpark mit seinen rund 400 einheimischen und fremdländischen Bewohnern sowie die Tinnumburg, ein Relikt aus vorchristlicher Zeit. Die kreisförmige Wallanlage inmitten der Tinnumer Wiesen wurde etwa in der Zeit um Christi Geburt errichtet. Die Tinnumburg misst im Durchmesser 120 Meter und in der Höhe acht Meter. Ihre Bedeutung ist ungewiss, möglicherweise wurde sie unter anderem als Kultstätte und Schlupfwinkel genutzt. Die Tinnumburg ist für Wanderer frei zugänglich. Tinnum – Brücke zwischen Stadt und Dorf.

WENNINGSTEDT (Woningstair)
In den Sommermonaten sind hier vor allem Urlauber zu finden. Herzstück von Wenningstedt ist der idyllische Dorfteich, an dessen Ufer die Friesenkapelle thront. In den Sommermonaten schlägt der InselCircus seine Zelte in Wenningstedt auf und zaubert eine bunte Mischung aus Artistik, Entertainment und Gastronomie aus dem Hut. Spätestens dann, wenn der internationale Artistenpreis SOLyCIRCO vergeben wird, verwandelt sich Wenningstedt für ein Wochenende zum Monte Carlo des Nordens. Wenningstedt – das Familienbad.

WESTERLAND (Weesterlön)
Westerland ist die Inselmetropole mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Die Stadt am Meer ist nicht nur geografische Mitte – ihr Inselherz schlägt Tag und Nacht. Westerland vereint Lifestyle und Tradition, ist Gastgeber internationaler Sport-Events ebenso wie Ausrichter kultureller und kulinarischer Festivals. Westerland bietet neben den vielen Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants, das Aquarium oder das Freizeitbad Sylter Welle, in dem sich bei jedem Wetter in die Brandung geworfen werden kann – mit freiem Blick auf die Nordsee. Den genießt man auch im Day Spa Syltness Center, das für ganzheitliche Erholung sorgt. Die zentrale Lage macht Westerland außerdem zum idealen Ausgangspunkt für Insel-Erkundungen. Westerland – pure Lebenslust.